Informationen zur Früherkennungsuntersuchung von Diabetes bei Neugeborenen:

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Sie ist durch einen Mangel an Insulin gekennzeichnet. Insulin hat die Aufgabe, Zucker vom Blut in die Körperzellen zu transportieren. Kinder mit Typ-1-Diabetes müssen deshalb lebenslang mit Insulin behandelt werden. Das Problem bei Typ-1-Diabetes ist, dass man ihn oft erst erkennt, wenn es bereits zu schwerwiegenden und zum Teil auch lebensbedrohlichen Anzeichen gekommen ist. Wenn bei Kindern hingegen ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes bekannt ist, kann durch Beratung der Familien und regelmäßige Nachuntersuchungen die Erkrankung früh erkannt und behandelt werden, und möglicherweise auch die Teilnahme an Studien zur Verhinderung der Krankheitsentwicklung angeboten werden.

Ob ihr Kind ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabtes hat, können wir im Rahmen der Freder1k-Studie feststellen. 

Typ-1-Diabetes tritt vor allem dann auf, wenn ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufgrund des Vorliegens bestimmter Gene besteht. Die Mehrzahl der Kinder, die ein erhöhtes Risiko haben und an Typ-1-Diabetes erkranken, haben meist keine Verwandten mit dieser Erkrankung. Das heißt, Typ-1-Diabetes kann jeden treffen. In unserer Früherkennungsuntersuchung wird getestet, ob Ihr Kind ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes aufweist.

Etwa ein Prozent oder 1 von 100 Kindern in Deutschland werden mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes geboren. 

Eltern in verschiedenen europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Großbritannien, Polen und Schweden) können ihre Kinder auf ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes testen lassen. In Deutschland kann die Früherkennungsuntersuchung  in Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen im Rahmen des regulären Neugeborenen-Screenings in den ersten Lebenstagen oder – aktuell nur in Bayern und Niedersachsen – im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung (U2) oder auch bei jedem anderen Kinderarztbesuch bis zum Alter von sieben Tagen kostenfrei durchgeführt werden. Aus ganz Deutschland können außerdem Babys, deren Eltern oder Geschwister bereits an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, an der Früherkennungsuntersuchung teilnehmen – ebenfalls bis zum Alter von sieben Tagen.

Die Bestimmung des Risikos für Typ-1-Diabetes wird anhand weniger Blutstropfen durchgeführt, die gleich nach der Geburt durch einen kleinen Stich in die Ferse gewonnen werden. Die Blutstropfen werden auf eine Filterpapierkarte getropft. Ihre kleine Tochter oder Ihr kleiner Sohn sollte beim Screening nicht älter als sieben Tage sein. Die Blutabnahme stellt für Ihr Kind keinerlei Gefahr dar. Es könnte zu einem kleinen Bluterguss, einer Schwellung oder einer Infektion kommen. Das Risiko für eine Infektion ist aber sehr gering.

Unauffällige Testergebnisse werden nicht mitgeteilt. Deshalb bedeutet dies für Sie: Keine Nachricht = Gute Nachricht. Wenn Sie innerhalb von 6 Wochen nach der Blutentnahme keine gegenteilige Information von Ihrem Kinderarzt oder dem Center for Regenerative Therapies, TU Dresden, bekommen haben, können Sie davon ausgehen, dass bei Ihrem Kind keine Risikogene für Typ-1-Diabetes vorliegen. Sollten Sie trotzdem noch unsicher sein, können Sie bei uns gezielt erfragen, ob bei Ihrem Kind ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes vorliegt oder nicht (kostenfrei unter Tel.: 0800 - 72 45 148). Bitte haben Sie Verständnis, dass es uns nicht möglich ist, Details der Genotypisierung zu übermitteln. Das gilt auch für den Fall, dass Risikogene festgestellt werden.

Falls Ihr Kind Risikogene für Typ-1-Diabetes aufweist, werden Sie innerhalb von 6 Wochen nach der Blutentnahme von  dem Center for Regenerative Therapies, TU Dresden, kontaktiert. Wir werden Sie in einem persönlichen Gespräch ausführlich über das Ergebnis und dessen Bedeutung informieren und fragen, ob Sie mit Ihrem Kind an einer Studie zur Vorbeugung der Entwicklung eines Typ-1-Diabetes teilnehmen möchten. Lesen Sie hier mehr zur SINT1A-Studie . Diese Studien haben zum Ziel die Entstehung einer Typ-1-Diabetes-Autoimmunität und die Entwicklung von Typ-1-Diabetes zu verhindern. Unabhängig davon kann Ihr Kind an weitergehenden Untersuchungen teilnehmen. Dadurch kann ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes rechtzeitig erkannt und Ihr Kind von Anfang an optimal betreut und behandelt werden. So können lebensbedrohliche Überzuckerungen verhindert werden, die relativ schnell und ohne Vorwarnung auftreten können. Betroffene Kinder und Eltern werden von uns ausführlich informiert und beraten.

Nutzen Sie daher die Chance: Lassen Sie Ihr Kind auf ein Risiko für Typ-1-Diabetes testen und vorbeugend behandeln. 


6+ gute Gründe, warum Sie an der Freder1k-Studie teilnehmen sollten:

Die Freder1k-Studie …
- untersucht Ihr Kind auf ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes, die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter.
- erkennt unter 100 Kindern das eine Kind mit erhöhtem Risiko für Typ-1-Diabetes.
- ermöglicht es betroffenen Familien, mit Ihrem Kind an Präventionsstudien teilzunehmen, die das Auftreten von Typ-1-Diabetes verhindern sollen.
- hilft Kindern mit einem erhöhten Risiko, mittels Folgeuntersuchungen  einen entstehenden Typ-1-Diabetes früh zu erkennen.
- hilft den betroffenen Familien durch umfangreiche Beratung.
- hilft betroffenen Familien, mögliche Ängste und Unsicherheiten über Typ-1-Diabetes zu mindern. 

Nein! Die Untersuchung im Rahmen der Freder1k-Studie ist für Sie kostenlos. Sie wird aus Forschungsmitteln finanziert.

Wir arbeiten daran, neue Behandlungsansätze im Frühstadium zu entwickeln, die versuchen die klinische Erkrankung zu verhindern oder deren Ausbruch zumindest zu verzögern. Erfahren Sie mehr zu unseren Präventionsstudien:

POInT: Mit der Präventionsstudie POInT (Primary Oral Insulin Trial) versuchen wir, Typ-1-Diabetes bei Kindern mit einem erhöhten Risiko für die Krankheit mit einem „Immuntraining“ zu verhindern. Eingeschlossen wurden Kinder zwischen vier und sieben Monaten. Der tägliche Verzehr einer kleinen Menge Insulinpulver mit der Nahrung bis zum Alter von drei Jahren soll das Immunsystem an das Molekül Insulin gewöhnen und somit davon abhalten, die körpereigenen Strukturen anzugreifen. Aus vorangegangenen Untersuchungen haben wir Hinweise darauf, dass so ein Training gelingen kann. Es gibt jedoch keine Garantie dafür.
Erfahren Sie hier mehr zur POInT-Studie

SINT1A: Die SINT1A-Studie untersucht, ob bei Kindern mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes durch die Einnahme eines Probiotikums (Bifidobacterium Infantis) die Entstehung von Typ-1-Diabetes verhindert werden kann. Das Probiotikum wird in der Studie als Pulver über den Mund (oral) verabreicht. Das soll einen positiven Einfluss auf die Darmflora haben und dadurch regulierend auf das Immunsystem wirken. So sollen fehlerhafte und krankmachende Immunreaktionen, wie bei Typ-1-Diabetes oder anderen Autoimmunerkrankungen, verhindert werden.
Erfahren Sie hier mehr zur SINT1A-Studie 

Wo finde ich weitere Informationen?


Hier finden Sie alle Unterlagen zur Freder1k-Studie Sachsen zum Download:

Informations- und Einwilligungsflyer
SINT1A-Einleger

Gerne können Sie uns auch direkt kontaktieren! Wir beantworten Ihre Fragen gerne am Telefon oder per E-Mail.
         

© Copyright 2023 T1D Studienzentrum Dresden. All Rights Reserved.